{"id":331,"date":"2019-07-27T10:54:18","date_gmt":"2019-07-27T10:54:18","guid":{"rendered":"https:\/\/3637.grabserberg.ch\/?page_id=331"},"modified":"2019-07-27T11:07:49","modified_gmt":"2019-07-27T11:07:49","slug":"helvetische-republik","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/voelker.grabserberg.ch\/?page_id=331","title":{"rendered":"Helvetische Republik"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Viele Leute meinen, dass die Schweiz seit 1291 die \u00e4lteste Demokratie der Welt sei. Das entspricht allerdings nur zu einem sehr kleinen Teil der historischen Wirklichkeit.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/3637.grabserberg.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/sitz-helvetische-rebublik-1024x687.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-332\" width=\"356\" height=\"239\" srcset=\"https:\/\/voelker.grabserberg.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/sitz-helvetische-rebublik-1024x687.jpg 1024w, https:\/\/voelker.grabserberg.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/sitz-helvetische-rebublik-300x201.jpg 300w, https:\/\/voelker.grabserberg.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/sitz-helvetische-rebublik-768x515.jpg 768w, https:\/\/voelker.grabserberg.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/sitz-helvetische-rebublik.jpg 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 356px) 100vw, 356px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In weiten Teilen der Eidgenossenschaft waren die Landleute von der politischen Mitbestimmung ausgeschlossen und durften auch kein Gewerbe betreiben, das die st\u00e4dtischen Z\u00fcnfte konkurrenziert h\u00e4tte. Sie galten nach wie vor als Leibeigene der gn\u00e4digen Herren, mussten Frondienste verrichten und wurden von verhassten Landv\u00f6gten hochm\u00fctig behandelt und schikaniert &#8211; ziemlich genau so, wie die das die Sagen aus der Gr\u00fcndungszeit der Eidgenossenschaft den habsburgischen V\u00f6gten vorwerfen! Es erstaunt denn auch nicht, dass es zu Aufst\u00e4nden kam und dass die unterdr\u00fcckte Landbev\u00f6lkerung sich dabei &#8211; wie schon im Bauernkrieg von 1653 &#8211; auch auf den Freiheitshelden Wilhelm Tell berief.<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>In Bern, Solothurn, Fribourg und Luzern bestimmten Patrizierfamilien die  Geschicke der Stadt und des umliegenden Landes. Die Stadtb\u00fcrger hatten  zwar das Recht, ihre R\u00e4te zu w\u00e4hlen, aber nur die Mitglieder aus einigen  wenigen so genannt &#8222;regimentf\u00e4higen&#8220; Familien waren in die \u00f6ffentlichen  \u00c4mter w\u00e4hlbar. In Z\u00fcrich, Basel und Schaffhausen regierten die Z\u00fcnfte  [Berufsverb\u00e4nde der Handwerksmeister]. Auch sie hielten den Kreis der  herrschenden Familien geschlossen. Im Gegensatz zu den Patrizierst\u00e4dten  liessen die Zunftst\u00e4dte ihren Untertanen auch wirtschaftlich kaum  Freiheiten, sondern erliessen strenge Richtlinien \u00fcber die Organisation  des l\u00e4ndlichen Handwerks. <\/li><li>Selbst in den kleinen Landkantonen Uri, Schwyz, Unterwalden, Glarus und Appenzell bestimmten &#8211; trotz formeller Demokratie an der Landsgemeinde [regelm\u00e4ssige Volksversammlung, wo man die Regierung w\u00e4hlte und \u00fcber wichtige Angelegenheiten abstimmte] &#8211; ein paar wenige, alteingesessene Familien die Geschicke der Politik.<\/li><li>Die grosse Mehrheit der Bev\u00f6lkerung &#8211; die Landbev\u00f6lkerung in den grossen Kantonen Z\u00fcrich, Bern, Luzern, Fribourg, Solothurn, Basel (Baselbiet!), Jura, Schaffhausen und St. Gallen ebenso wie die Einwohner der so genannten &#8222;Gemeinen Herrschaften&#8220; [von den 13 Orten der Alten Eidgenossenschaft gemeinsam eroberten und verwalteten Untertanengebiete] Aargau, Thurgau und Tessin bzw. der einzel\u00f6rtlichen Untertanengebiete (u.a. Waadt, Unterwallis) hatten keinerlei politische Rechte.<\/li><li>In der ganzen Schweiz gab es weder Handels- und Gewerbefreiheit noch Pressefreiheit.<\/li><\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Viele Leute meinen, dass die Schweiz seit 1291 die \u00e4lteste Demokratie der Welt sei. Das entspricht allerdings nur zu einem sehr kleinen Teil der historischen Wirklichkeit. In weiten Teilen der Eidgenossenschaft waren die Landleute von der politischen Mitbestimmung ausgeschlossen und durften auch kein Gewerbe betreiben, das die st\u00e4dtischen Z\u00fcnfte konkurrenziert h\u00e4tte. 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